Studie

Einfach klick gemacht

16. Dezember 2020 – 

Heizung, Trockner, Alarmanlage – dank moderner Technik lassen sich Geräte und Anlagen per App oder Sprachassistent steuern. Welche Anbieter überzeugen.

Wenn es ums Eigenheim geht, gibt es eine ganze Fülle von Dingen, die den Alltag leichter machen. Wer zum Beispiel auf dem Rückweg vom weihnachtlichen Verwandtschaftsbesuch ist, wird es genießen, wenn er die
Heizung bereits eine Stunde vor Ankunft per Handy aufdrehen kann. Ebenso komfortabel ist es, die Jalousien und die Beleuchtung vom Sofa aus zu steuern, die Urlaubsfotos vom hauseigenen Server auf den TV-Bildschirm zu laden oder eine Nachricht aufs Tablet zu bekommen, wenn der Wäschetrockner fertig ist.

All diese Annehmlichkeiten fallen unter den Oberbegriff Smart Home (intelligentes Zuhause). Vernetzbare Geräte, clevere Steuerungen, Bauteile und Sensoren oder ausgefeilte Komplettlösungen: Immer mehr Firmen haben die passenden Produkte für ein komfortableres Heim im Angebot. Gleichzeitig bauen immer mehr Menschen genau darauf: 2019 wurden in Deutschland laut Statista gut 4,2 Milliarden Euro in Smart-Home-Lösungen investiert, 2025 dürften es Schätzungen zufolge rund 9,6 Milliarden sein, mehr als doppelt so viel.

Die großen Themen sind Komfort, Energiemanagement und Sicherheit. Waren früher noch teure und komplizierte Lösungen mit aufwendigen Verkabelungen notwendig, so geht es heute sehr viel einfacher. WLAN, Mobilfunknetz und Stromnetz dienen als Kommunikationsweg zwischen den Geräten und machen das Zuhause im Nu ein bisschen intelligenter. Auch sind immer mehr Geräte miteinander kompatibel.

Das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) hat das Thema im Auftrag von DEUTSCHLAND TEST und FOCUS-MONEY untersucht (s. Kasten im Download). Die Tabelle zeigt, welche Firmen aus Sicht der Verbraucher aktuell die besten Angebote und Lösungen haben (s. PDF zum Download oben rechts).

Der Test

Studie “Smart Home”

Methodik: Die Details der Untersuchung

Datenerhebung

Welche Unternehmen sind besonders leistungsstark im Bereich Smart Home? Das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) ist dieser Frage im Auftrag von DEUTSCHLAND TEST und FOCUS-MONEY nachgegangen. Untersucht wurden die Themen Innovation (Gewichtung 40 Prozent), Qualität (40) und Preis-Leistungs-Verhältnis (20). Aus einem Pool von 21 000 Unternehmen wurden die 1700 größten Unternehmen in Deutschland mit Smart-Home-Bezug herausgefiltert und analysiert.
Für die Studie konnten gut 283 000 Nennungen erfasst und zugeordnet werden (zwischen Oktober 2019 und September 2020).

Die Datenerhebung erfolgte zweistufig. Zunächst wurden sämtliche Texte, die vorab definierte Suchbegriffe enthalten, aus dem Netz geladen und in einer Datenbank erfasst. Insgesamt umfasst das Quellenset unter anderem Zehntausende Online-Nachrichten und mehrere Millionen SocialMedia-Adressen (durchgeführt von Ubermetrics Technologies, Berlin).

Anschließend wurden die Daten durch künstliche Intelligenz (neuronale Netze) in Textfragmente aufgesplittet und in drei Stufen analysiert: Welches
Unternehmen/Produkt wird erwähnt? Welches Thema wird besprochen? Welche Tonalität weist das Textfragment auf? Auf der letzten Stufe wurden die Erwähnungen den Kategorien „positiv“, „neutral“ oder „negativ“ zugeordnet (durchgeführt von Beck et al. Services, München).

Auswertung

Zur Berechnung der einzelnen Punktwerte wurden für jedes Unternehmen und jeden Teilbereich zwei Werte ermittelt: erstens die Differenz aus
positiven und negativen Nennungen geteilt durch die Gesamtzahl der Nennungen (Tonalitätssaldo) sowie zweitens die Anzahl der Gesamtnennungen im Verhältnis zum Mittelwert der jeweiligen Branche (Reichweite).

Anschließend wurden beide Werte zu einem ersten Punktwert verrechnet. Je reichweitenstärker ein Unternehmen ist, desto stärker wirkt sich die
Tonalität aus, also ob die Kommunikation überwiegend positiv oder negativ gefärbt ist. Die so gewichtete Punktzahl jedes Teilbereichs wurde
anschließend zu einer Gesamtpunktzahl für jedes Unternehmen zusammengefasst und für die gesamte Branche normiert.

Ergebnis

Die Auszeichnungen wurden anhand der Punktzahl im Gesamt-Ranking vergeben. Die Berechnung des Punktwerts erfolgte auf einer Skala von 0 bis
100 Punkten. Der jeweilige Branchensieger erhielt den maximalen Score und setzt damit die Benchmark für alle anderen Unternehmen innerhalb der Branche („Bester Anbieter Smart Home“). Eine Auszeichnung erhalten außerdem diejenigen Unternehmen, die mindestens 65 Punkte in der
Gesamtwertung erreichten („Top-Anbieter Smart Home“). Anbieter mit weniger als 65 Punkten wurden nicht ausgezeichnet und sind auch nicht
aufgeführt (s. Tabelle im Download).

(veröffentlicht in FOCUS-MONEY 52/2020 vom 16. Dezember 2020)


Bekannt aus