Studie 2021

Die besten privaten Krankenversicherungen

07. November 2021 – 

Wer in die private Krankenkasse wechseln will, kommt um einen Vergleich nicht herum: Grund- und Standardtarife, Premium- und Beamtenschutz sowie zusätzliche Serviceleistungen – welche Anbieter überzeugen

Derzeit vertrauen über 8,7 Millionen Deutsche ihren Gesundheitsschutz einer privaten Krankenkasse (PKV) an. Deren Leistungsumfang ist in der Regel breiter, höherwertiger und obendrein frei wählbar – und die Patienten können sich ein Leben lang darauf verlassen.

Das private System steht allerdings nur Beamten, Selbstständigen und Freiberuflern offen. Hinzu kommen Angestellte, deren Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze liegt. Im Lauf der Zeit trübt außerdem manche Beitragserhöhung die Freude. Die demografische Entwicklung, der Kostendruck im Gesundheitssystem und die Niedrigzinsphase gehen auch an den Privaten nicht spurlos vorüber.

Dennoch lagen die Beitragssteigerungen der PKVs in den letzten zehn Jahren im Mittel unter denen der gesetzlichen Kassen. Wer sich das nicht mehr leisten kann oder möchte, kann in einen günstigeren Tarif mit reduziertem Leistungsumfang wechseln. Im Alter bieten die Versicherer außerdem einen Standard- und einen Basistarif an. Abgesehen davon, gibt es auch zwischen den Gesellschaften deutliche Unterschiede – die man besser vorher vergleicht. Denn in der Regel binden sich Privatpatienten ein Leben lang an den Anbieter.

Das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) hat die Branche analysiert und bewertet. Neben Vertragsbedingungen, der Beitragsgestaltung und der Bonität trugen auch Serviceleistungen zum Ergebnis bei. Der erste Platz geht an die Allianz (Testurteil „Exzellent“), auf den Plätzen folgen DKV und AXA. (Ergebnisse s. Download oben rechts).

Der Test

Studie die besten privaten Krankenversicherungen

Methodik: Die Details der Untersuchung

In der privaten Krankenversicherung (PKV) können Kunden den Leistungsumfang ihres Gesundheitsschutzes frei wählen. Grundsätzlich gilt: Je höher der Leistungsanspruch des Versicherten, desto höher fällt in aller Regel auch der monatliche Tarif aus. Im Test wurde daher differenziert: Untersucht wurde ein Tarif beziehungsweise eine Tarifkombination für den günstigeren Grundschutz, den Standardschutz und den leistungsstarken Premiumschutz. Hinzu kommen noch Tarife, die nur für Beamte zugänglich sind.

Dazu hat das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) im Auftrag von DEUTSCHLAND TEST und FOCUS-MONEY zunächst jeweils das Kleingedruckte der Versicherer bewertet. In dieser Leistungsanalyse geht es in 13 Teilbereichen etwa um ambulante und stationäre Leistungen, Auslandsschutz, Gebühren, Heil- und Hilfsmittel, Zahnbehandlung und Zahnersatz, Psychotherapie, Anschlussheilbehandlung/Palliativ, Kur, Transport und Vorsorge/Prävention. Die Ergebnisse dieser Teilbereiche fließen, je nach Bedeutung gewichtet, in die Leistungsnote ein.

Daneben wurden die Beiträge für einen 30-jährigen, 35-jährigen und einen 40-jährigen Angestellten berechnet und zu jeweils 50 Prozent mit der Prämien-Note bewertet. Bei den Beamtentarifen wurden die Prämien mit einem Beihilfesatz von 50 Prozent und 70 Prozent bewertet. Diese Bereiche machen zusammen ein Drittel des Gesamturteils aus. Hinzu kommen mit je einem Drittel noch die Bonitätsbewertung durch renommierte Rating-Agenturen nach dem FOCUS-MONEY-Schema (FOCUS-MONEY 15/2021) und die Ergebnisse des DFSI-Tests Gesundheitsservices (FOCUS-MONEY 43/2021). Das Urteil aller Tarife ergab zusammen das Gesamturteil (Schulnotenprinzip).

(veröffentlicht in FOCUS 45/21 vom 6. November 2021)


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