Im Test: Digitalisierung

Schub für die Innovativen

24. Februar 2021 – 

Die Corona-Krise beschleunigt die Digitalisierung und zeigt zugleich ihre Vorteile. DEUTSCHLAND TEST analysierte akribisch, welche Unternehmen sich umfassend auf die Zukunft vorbereiten

Wie weit will der Mensch das Heft aus der Hand geben? Digitalisierung – hier stellt sich Führungskräften und Eigentümern immer öfter diese zukunftsweisende Frage. Heute können Unternehmen dies jedoch sehr pragmatisch angehen. Professor Niels van Quaquebeke brachte es bei der Donner&Reuschel-Online-Konferenz „Perspektiven 2021“ auf den Punkt.

Erstens: Alles, was einen Wettbewerbsvorteil darstellt, wird auch genutzt werden. Zweitens: Digitalisierung und insbesondere die zunehmende Digitalisierung über künstliche Intelligenz (KI, neuronale Netze) ist solch ein Wettbewerbsvorteil. Drittens: Die Digitalisierung findet nur statt, wenn alles in Datenform zugänglich ist.

Der Psychologe von der KLU in Hamburg sollte es wissen, verbindet er doch Theorie und Praxis, wo immer möglich. Van Quaquebeke geht davon aus, dass durch die Corona-Pandemie der Trend zur Erhebung von Daten nochmals beschleunigt wurde. Tatsächlich gaben schon Mitte November
mehr als acht von zehn Unternehmen an, dass durch die Corona-Pandemie die Digitalisierung für das eigene Unternehmen an Bedeutung gewonnen hat, wie auf bitkom.org zu lesen war. Selbst Gespräche, die früher im engen Kreis geführt wurden, können und werden nun via Zoom, Teams und andere Programme in Datenform verfügbar. Dies kann durch KI zum Beispiel gefiltert und ausgewertet werden.

Doch nicht jedes Unternehmen in Deutschland hat sich bereits so gut wie möglich auf die neuen Gegebenheiten eingestellt. Aufgrund der Krise mussten Firmen teilweise sogar Investitionen zurückfahren. Wer jedoch am weitesten mit der Digitalisierung vorangeschritten ist, erfreut sich wichtiger Wettbewerbsvorteile. Grund genug, im DEUTSCHLAND TEST „Digital-Champions“, der mit FOCUS-MONEY sowie in Zusammenarbeit mit dem IMWF Institut für Managementund Wirtschaftsforschung und mit wissenschaftlicher Unterstützung durch das Hamburgische WeltWirtschaftsinstitut (HWWI) erfolgte, eine umfangreiche Erhebung über
viele Branchen vorzunehmen.

Knapp 850 Auszeichnungen

In der vorliegenden „Digital-Champions 2021“-Studie wurden rund 13.000 Unternehmen in den Kategorien Digitalisierung, Technologie und Innovation analysiert und an die 10.000 größten deutschen Unternehmen zudem Fragenkataloge versendet, die natürlich auch online bearbeitet werden konnten. Eine Auszeichnung gemäß dem aufwendigen Verfahren erreichen davon knapp 850 Unternehmen (siehe PDF im Download oben rechts).

Der Test

Digitale Champions

Methodik: Die Details der Untersuchung

Künstliche Intelligenz im Einsatz

Ohne Digitalisierung und künstliche Intelligenz würde sich auch die Studie „Digital-Champions 2021“ des IMWF mit Unterstützung des HWWI im Auftrag von DEUTSCHLAND TEST und FOCUS-MONEY nicht bewerkstelligen lassen. Die Grundgesamtheit der untersuchten Unternehmen betrug rund 13.000. Dazu wurde umfangreiches Datenmaterial aus dem Internet herausgefiltert und ausgewertet.

438 Millionen Online-Quellen

Vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020 wurden in einem ersten Schritt des Social Listening, dem Crawling, im Internet bei Millionen von Web-Seiten, Blogs, Nachrichtenseiten, Foren, Pressemitteilungen, Social-Media-Kanälen und Consumer-Seiten durch den IMWF-Partner Ubermetrics Technologie Texte zu Suchbegriffen erfasst. Im zweiten Teil des Social Listening, dem Processing, wurden diese Daten mittels künstlicher Intelligenz (neuronale Netze) analysiert und die Ergebnisse den erwähnten Unternehmen in den Kategorien Innovation, Digitalisierung und Technologie zugeordnet.

Insgesamt kamen rund 11,2 Millionen Nennungen in die Wertung. Dabei wurde auf die Tonalität – positive oder negative Erwähnungen – geachtet und die Kategorien zu je einem Drittel gewichtet. Je mehr ein Unternehmen erwähnt wird (Reichweite), umso stärker wurde die Tonalität gewichtet. Aus Reichweite und Tonalität wurde ein Punktwert errechnet, wobei innerhalb der einzelnen Branchen normiert wurde und dem Branchenprimus 100 Punkte zugesprochen wurden.

10.000 Fragebögen

Parallel zum Social Listening wurde den 10.000 größten Unternehmen ein Fragenkatalog vorgelegt. Dieser war in verschiedene Themenblöcke wie „Arbeit“, „Prozesse“ und „Daten“ unterteilt und es konnten maximal 400 Punkte erreicht werden, wobei der Bereich „Daten“ mit 120 Punkten am
höchsten gewichtet wurde. Wiederum wurden innerhalb der Branchen die Besten auf 100 Punkte gesetzt und die restlichen Branchenvertreter daran ausgerichtet.

Social Listening plus Fragenkatalog

Die Auszeichnung „Digital-Champion 2021“ wurde aus den erreichten Punkten beim Social Listening und dem Fragenkatalog errechnet, indem die erreichten Punkte zusammengezählt wurden und der Branchenprimus dann wieder auf 100 Punkte festgelegt wurde. Auf der Skala von null bis 100 Punkten erhielten nur Unternehmen mit mindestens 60 Punkten die begehrte Auszeichnung.

(veröffentlicht in FOCUS-MONEY 09/2021 vom 24.02.2021)


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