Studie

Smarter wohnen

14. Dezember 2019 – 

Alarmanlage, Waschmaschine, Heizung – dank neuester Technik lassen sich Geräte und Anlagen per App oder Sprachassistent steuern, vernetzen und überwachen. Welche Anbieter eine Vorreiterrolle einnehmen

Es gibt viele Dinge, die das Leben leichter machen, speziell wenn es um die eigenen vier Wände geht. Wer zum Beispiel auf dem Rückweg vom Skiurlaub ist, wird es genießen, wenn er die Heizung bereits eine Stunde vor Ankunft hochdrehen kann. Ebenso komfortabel ist es, Jalousien, Beleuchtung oder Rasensprenger vom Sofa aus zu steuern oder eine Nachricht aufs Handy zu bekommen, wenn die Waschmaschine fertig ist.

Der Oberbegriff für diese Annehmlichkeiten lautet Smart Home (intelligentes Zuhause). Vernetzbare Geräte, clevere Steuerungen, Bauteile und Sensoren oder ausgefeilte Komplettlösungen: Immer mehr Firmen haben die passenden Angebote für ein komfortableres Heim – und immer mehr Menschen bauen darauf. 2018 wurden in Deutschland 2,8 Milliarden Euro in Smart-Home-Lösungen investiert, 2023 dürften es Schätzungen zufolge sieben Milliarden sein.

Intelligent und kompatibel

Die großen Themen bei Smart Home sind Komfort, Energiemanagement und Sicherheit. Waren früher noch teure und komplizierte Lösungen mit aufwendigen Verkabelungen notwendig, so geht es heute sehr viel einfacher. WLAN, Mobilfunknetz und Stromnetz dienen als Kommunikationsweg zwischen den Geräten und machen das Zuhause im Nu ein bisschen intelligenter. Auch sind immer mehr Geräte miteinander kompatibel.

Das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) hat das Thema im Auftrag von DEUTSCHLAND TEST untersucht und ausgewertet (s. unten). Die Ergebnisse zeigen, welche Firmen aus derzeitiger Sicht der Verbraucher die besten Angebote und Lösungen haben (s. PDF zum Download oben rechts).

Der Test

Studie “Smart Home”

Methodik: Die Details der Untersuchung

Datenerhebung

Welche Unternehmen sind besonders leistungsstark im Bereich Smart Home? Das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) ist dieser Frage im Auftrag von DEUTSCHLAND TEST nachgegangen. Untersucht wurden die Bereiche Innovationskraft, Qualität (jeweils 40 Prozent Gewichtung) sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis (20 Prozent).

Die Datenerhebung erfolgte zweistufig. Zunächst wurden sämtliche Texte, die vorab definierte Suchbegriffe enthalten, aus dem Netz geladen und in einer Datenbank erfasst. Das Quellenset umfasst dabei annähernd sämtliche Seiten beziehungsweise Inhalte, die folgende Bedingungen erfüllen: eine deutsche („.de“) oder deutschsprachige Domain („.at“ und „.ch“ werden ausgeschlossen) sowie einen uneingeschränkten Zugang zum Inhalt der Seite.

Nicht erfasst wurden Seiten oder Inhalte, die sich hinter einer Bezahlschranke oder einem zugriffsgeschützten Bereich befinden. Insgesamt umfasst das Quellenset unter anderem Zehntausende Online- Nachrichten und mehrere Millionen Social-Media-Adressen (durchgeführt von Ubermetrics Technologies, Berlin).

Anschließend wurden die Daten durch künstliche Intelligenz (neuronale Netze) in Textfragmente aufgesplittet und in drei Stufen analysiert: Welches Unternehmen wird erwähnt? Welches Thema wird besprochen? Welche Tonalität weist das Textfragment auf? Die Zuordnung der Aus- sagen erfolgte mit Hilfe definierter Keywords, Text- und Satzkorpora, die die Themengebiete breit abbilden und umfassen.

Auf der letzten Stufe wurden die Erwähnungen den Kategorien positiv, neutral oder negativ zugeordnet (durchgeführt von Beck et al. Services, München). Für die Studie konnten rund 66 Millionen Nennungen zu gut 25 000 Unternehmen erfasst und zugeordnet werden. Durchgeführt wurde die Studie zwischen August 2018 und Juli 2019.

Auswertung

Zur Berechnung der einzelnen Punktwerte wurden für jedes Unternehmen und jeden Teilbereich zwei Werte ermittelt: erstens die Differenz aus positiven und negativen Nennungen geteilt durch die Gesamtzahl der Nennungen (Tonalitätssaldo) und zweitens die Anzahl der Gesamtnennungen im Verhältnis zum Mittelwert der Branche (Reichweite).

Anschließend wurden beide Werte zu einem ersten Punktwert verrechnet. Je reichweitenstärker ein Unternehmen ist, desto stärker wirkt sich die Tonalität aus, also ob die Kommunikation überwiegend positiv oder negativ gefärbt ist. Die so gewichtete Punktzahl jedes Teilbereichs des Modells wurde anschließend zu einer Gesamtpunktzahl für jedes Unternehmen zusammengefasst und für die gesamte Branche normiert.

Ergebnis

Die Auszeichnungen wurden anhand der Punktzahl im Gesamt-Ranking vergeben. Die Berechnung des Punktwerts erfolgte auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten. Der jeweilige Branchensieger erhielt 100 Zähler und setzt damit die Benchmark für alle anderen Unternehmen innerhalb der Branche („Bester Anbieter Smart Home“). Eine Auszeichnung erhalten außerdem diejenigen Unternehmen, die mindestens 60 Punkte in der Gesamtwertung erreichen („Top Anbieter Smart Home“). Anbieter mit weniger als 60 Punkten wurden nicht ausgezeichnet und sind auch nicht aufgeführt.

(veröffentlicht in FOCUS 51/2019 vom 14. Dezember 2019)


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