Studie 2019

Die sichersten Online-Banken

20. Juli 2019 – 

Überweisungen ausführen, Daueraufträge verwalten, Aktien kaufen – Online-Banking ist bequem. Doch wie gut sind die Institute in puncto Sicherheit aufgestellt?

Rund 50 Millionen Deutsche betreiben Online-Banking, das sind 75 Prozent mehr als 2003. Während man einst noch den ausgefüllten Vordruck bei der Bank einwerfen musste oder am Schalter in der Schlange stand, hilft nun das Internet. Einen Dauerauftrag einrichten, den Kontostand prüfen, das Hotel anzahlen – das alles lässt sich am PC oder unterwegs über das Smartphone erledigen.

Sicher ist sicher

Gleichzeitig vergeht im Internet kein Tag ohne Hackerangriffe, Datenklau oder Cyberspionage. Gerade beim Online-Banking ist das ein sensibles und wichtiges Thema. Denn jährlich werden über 20 Milliarden Transaktionen elektronisch durchgeführt, mehr als ein Drittel davon sind Überweisungen.

Da stellt sich die Frage: Wie sicher ist Online-Banking in Deutschland? Wie gut sind die Banken gewappnet? Das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) ging diesen Fragen im Auftrag von DEUTSCHLAND TEST nach.

Die gute Nachricht: Angeführt von der Postbank, erreichen insgesamt 13 Institute das höchste Prädikat (fünf Sterne). Auf der anderen Seite gibt es bei einigen Häusern nach wie vor einen deutlichen Spielraum für mehr Sicherheit (Ergebnisse s. PDF zum Download oben rechts).

Der Test

Die sichersten Online-Banken

Methodik: Die Details der Untersuchung

Ausgangslage

Die Lebensweise im Alltag wird durch den technischen Fortschritt ungemein begünstigt. Das gilt auch für Bankgeschäfte. Während Bankkunden noch vor wenigen Jahren in der Warteschlange am Schalter ihrer Hausbank anstanden, um einen Dauerauftrag einzurichten, ist dies heute bereits in kurzer Zeit am eigenen Rechner zu Hause oder von unterwegs aus per Mobiltelefon erledigt. Aktien handeln, Dispo aufstocken, Kredit beantragen – immer mehr Menschen in Deutschland nutzen den bequemen Online-Service ihrer Hausbank bereitwillig. 2018 lag der Anteil bei fast 60 Prozent, 2008 waren es noch 38 Prozent. Experten rechnen auch in den kommenden Jahren mit einem anhaltenden Wachstum.

Doch ist die Nutzung des Online-Banking-Angebots auch wirklich sicher? Was tun Banken, um die Daten und das Geld ihrer Kunden vor Cyberkriminalität zu schützen? Um diese und weitere Fragen zu beantworten, wurde die Studie „Die sicherste Online-Bank“ aufgelegt. Basis der Ergebnisse ist eine breit angelegte Befragung unter deutschen Kreditinstituten zur Sicherheit ihres Online-Banking-Angebots. Durchgeführt wurde die Erhebung im Auftrag von DEUTSCHLAND TEST und dem Wirtschaftsmagazin FOCUS-MONEY durch das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) in Hamburg. Die Konzeption des Fragebogens sowie die anschließende Auswertung und Bewertung erfolgten mit Unterstützung von Sopra Steria Consulting.

Umfrage

Die Befragung wurde über einen sogenannten Paper-Pencil-Fragebogen durchgeführt, der an die jeweiligen Pressesprecher beziehungsweise Presseabteilungen der Institute geschickt wurde. Wichtig: Im September tritt die PSD2-Richtlinie in Kraft, die unter anderem die Sicherheit im Zahlungsverkehr erhöhen soll. Daher befinden sich die meisten Banken gerade in einem Anpassungsprozess. In der Auswertung konnte aber nur der aktuelle Stand von heute berücksichtigt werden (per 24. Juni 2019).

In die Bewertung gingen die Angaben von insgesamt 30 Instituten ein. Die Ergebnisse der Volks- und Raiffeisenbanken sowie der PSD Banken werden jeweils konsolidiert ausgewiesen. Die Angaben der Volks- und Raiffeisenbanken erfolgten stellvertretend durch die Fiducia & GAD beziehungsweise den Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken BVR. Der Verband der PSD Banken e. V. übernahm diese Aufgabe für die PSD Banken. Zur Beurteilung des Online-Banking-Angebots wurden zwei Teilaspekte betrachtet, die gleich gewichtet in die Bewertung eingingen: Sicherheit (50 Prozent) und Kundenorientierung (50 Prozent).

Auswertung

Die Studie zur Sicherheit bei Online-Banken umfasst insgesamt 34 Fragenblöcke, deren Antworten zwei Teilbereichen zugeordnet wurden: zum einen der Sicherheit und zum anderen der Kundenorientierung rund um das Thema Sicherheit. In den beiden Teilbereichen konnten die Institute maximal 72 beziehungsweise 57 Punkte erzielen. Die Zahlen in den jeweiligen Spalten zeigen den tatsächlich erreichten Anteil der maximal möglichen Punktzahl in Prozent. Gewichtet wurden die beiden Teilbereiche zu jeweils 50 Prozent.

Der Gesamt-Score ergab sich aus den beiden Durchschnittswerten der Teilaspekte. Die Tabellen unten und rechts zeigen das Gesamtergebnis über alle Banken hinweg sowie die Teilergebnisse der drei verschiedenen Gruppen (überregionale Banken mit Filialnetz, Regionalbanken, Direktbanken).

(veröffentlicht in FOCUS 30/2019 vom 20. Juli 2019)


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