Studie 2018

Rezeptfreie Medikamente

02. Juni 2018 – 

Die Gelenke schmerzen, der Magen rebelliert, die Erkältung will nicht abklingen: welche rezeptfreien Medikamente sind aus Patientensicht verträglich, versprechen Besserung und haben ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis?

Stress in der Arbeit, unausgewogenes Essen, zu wenig Sport: Es gibt viele Auslöser für sogenannte Volkskrankheiten. Umfragen zufolge macht den Deutschen vor allem der Rücken zu schaffen. Schätzungsweise jeder dritte Erwachsene stöhnt – hin und wieder oder dauerhaft – über Schmerzen im „Kreuz“. Ergänzt wird die Liste der Volksleiden unter anderem mit Atemwegserkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes, Depressionen, einem gestörten Fettstoffwechsel, Karies oder Migräne.

Omas Hausmittelchen können da manchmal kurzfristig Linderung versprechen, ein gesünderer Lebenswandel kann dauerhaft für Besserung sorgen – aber was ist dazwischen? Nach wie vor scheuen viele Menschen den Gang zum Arzt. Sie gehen erst, „wenn es nicht mehr geht“. Und helfen sich – im ersten Schritt oder bei vermeintlich leichteren Beschwerden – mit rezeptfreien Medikamenten.

Mehr als 150 Medikamente im Vergleich

DEUTSCHLAND TEST hat dieses Thema erstmals untersucht. Gemeinsam mit dem Analyse- und Beratungshaus ServiceValue und FOCUS-MONEY wurde ein umfangreicher Fragenkatalog entwickelt. In einer breit angelegten Studie wurden mehr als 150 rezeptfreie Medikamente aus zehn Beschwerdearten untersucht. Sie wurden bewertet hinsichtlich Verträglichkeit, Wirksamkeit und Preis-Leistungs-Verhältnis.

Basis der Ergebnisse sind – subjektive – Patientenurteile. Das heißt: Was bei dem einen geholfen hat, muss beim anderen keine Linderung bringen. Was der eine verträgt, zeigt beim anderen Nebenwirkungen. Gerade deshalb war es wichtig, möglichst viele Patienten zu befragen und eine möglichst breite Meinung abzubilden. Am Ende der Studie kamen fast 10.000 Urteile zusammen (Details zur Studie s. PDF zum Download oben rechts).

Der Test

Studie “Rezeptfreie Medikamente”

Methodik: Die Details der Untersuchung

DEUTSCHLAND TEST hat gemeinsam mit dem Kölner Analyse- und Beratungshaus ServiceValue und dem Wirtschaftsmagazin FOCUS-MONEY eine bundesweite Umfrage zu rezeptfreien Medikamenten durchgeführt (März 2018).

Auf den Prüfstand kamen 153 Medikamente aus zehn übergeordneten Beschwerdearten. Das waren: Schmerzen (allgemein), Gelenk- und Muskelschmerzen, Erkältungen (allgemein), Erkrankungen der Atemwege, Allergien, Magen- und Darm-beschwerden, depressive Verstimmungen, Schlafstörungen und Unruhe, Übergewicht sowie Entzündungen verschiedener Art.

Über ein sogenanntes Online-Panel durften die Studienteilnehmer bis zu vier rezeptfreie Medikamente aus jeweils vier Beschwerde­arten benoten, die sie in den letzten zwölf Monaten eingenommen hatten. Bewertet wurden die einzelnen Medikamente dabei in drei Teilbereichen: Verträglichkeit, Wirksamkeit und Preis-Leistungs-Verhältnis. In Summe gaben 3.216 Patienten insgesamt 9.692 Urteile ab.

Alle Stimmen wurden danach von den ServiceValue-Fachleuten ausgewertet. Im ersten Schritt errechneten die Experten für alle abgefragten Medikamente (innerhalb der drei Teilbereiche) einen Indexwert auf einer Skala von 0 bis 100. Die Noten in den Teilbereichen wurden anschließend separat zu einem ungewichteten Durchschnitt zusammengeführt. Daraus ergab sich die Endbewertung (Mittelwert). Das erfolgte für jede der zehn Beschwerdearten.

Die Note „Gut“ bekamen Medikamente mit überdurchschnittlichen Werten auf Gesamt­ebene. Für Präparate, die in ihrer Beschwerdeart über dem Schnitt der „Guten“ lagen, gab es die Note „Sehr Gut“.

Diese Schwellenwerte galten auch für die Ergebnisse in den Teilbereichen: Medikamente, die in den Teilbereichen mindestens „Gut“ erreicht haben, erhalten dort die Auszeichnungen „Top Verträglichkeit,“ „Top Wirksamkeit“ und „Top Preis-Leistungs-Verhältnis“.

Die jeweils Erstplatzierten bekommen die Qualitätsurteile „Ausgezeichnete Verträglichkeit,“ „Höchste Wirksamkeit“ und „Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis“. Keine Bewertung bekommen Präparate, die mit ihrer Punktzahl unter dem Schnitt lagen.

Für die Erhebung wurden Kunden aus allen Bundesländern sowie aus verschiedenen Haushaltsgrößen, Einkommens-, Berufs- und Altersgruppen befragt.

 

(veröffentlicht in FOCUS 23/18 vom 2. Juni 2018)

 


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