Im Test: Fortbildung

Lernen fürs Leben

27. Januar 2018 – 

Fernschulen, Apps, Internet-Plattformen, Unternehmensakademien – die Möglichkeiten zur Weiterbildung werden immer breiter. Welche Anbieter aus Kundensicht am meisten leisten

Zu viel Arbeit, zu wenig Gehalt, missmutige Kollegen, keine Aufstiegschance – Unzufriedenheit im Job kann viele Gründe haben. Doch was tun? Innerbetrieblich wechseln? Andere Firma? Ist man den Anforderungen der neuen Stelle dann gewachsen? Und wie groß ist das Risiko einer Kündigung in der Probezeit? Denn selbst wenn der Traumjob irgendwann ausgeschrieben ist – wer sagt schon, dass man die Stelle auch bekommt und nicht einer der anderen Bewerber?

Bereits wenige Fragen zeigen, dass die persönliche Berufsplanung ein komplexes Thema ist. Bessere Karten hat auf jeden Fall, wer die Zeichen der Zeit nicht ignoriert und optimale Voraussetzungen schafft. Die Arbeitswelt in Deutschland ist ständig im Fluss. Der Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal wird laut Experten weiter zunehmen, während die Beschäftigungsmöglichkeiten für Ungelernte deutlich zurückgehen dürften.

Trend zur Weiterbildung

Hinzu kommt: Auf Grund der demografischen Entwicklung werden mittelfristig mehr ältere Menschen aus dem Erwerbsleben ausscheiden, als jüngere Kräfte nachrücken. So könnten auch Wiedereinsteiger oder ältere Arbeitnehmer in den Fokus rücken – wenn sie denn entsprechende Qualifikationen vorweisen können. Nur beruhen diese Qualifikationen selten allein auf einer klassischen Erstausbildung. Vielmehr bauen sie häufig auf dieser auf – in Form von Weiterbildungen. Dazu gehören allgemeine Fortbildungen wie Sprachkurse, Kurse zur Teamarbeit oder zur Mitarbeiterführung. Hinzu kommen die berufliche Weiterbildung zur Vertiefung oder Ergänzung fachlicher Kenntnisse sowie die Weiterbildung an Hochschulen oder Lehrinstituten.

Gemeinsam mit dem Kölner Beratungs- und Analysehaus ServiceValue hat DEUTSCHLAND TEST diese und weitere Bereiche unter die Lupe genommen. Auf den Prüfstand wurden insgesamt 116 Anbieter aus acht Kategorien gestellt. Im Rahmen einer breit angelegten Untersuchung wurden so mehr als 17.000 Kundenerfahrungen erfasst und ausgewertet (Methodik s. unten).

Der Test

Weiterbildung

Methodik: Die Details der Untersuchung

Bei der Untersuchung handelte es sich um eine Online-Befragung. Eingeladen wurden sogenannte Panelisten, die die verschiedenen Anbieter aus Kundensicht bewerten sollten. Von den registrierten Teilnehmern liegen soziodemografische Merkmale vor, sodass bevölkerungsrepräsentativ eingeladen werden konnte.

Darüber hinaus wurden keine Kundenadressen der Anbieter eingeholt oder genutzt. Die Kundenbefragung – durchgeführt von dem Kölner Analyse- und Beratungshaus ServiceValue im Auftrag von DEUTSCHLAND TEST – erfolgte eigeninitiiert und ohne Einbindung der untersuchten Anbieter auf dem Weiterbildungsmarkt (Januar 2018).

Jeder Teilnehmer erhielt zunächst eine für ihn überschaubare Auswahl von Anbietern zur Bewertung beziehungsweise zur Angabe, ob er bei diesem Anbieter überhaupt Kunde war oder ist. Pro Anbieter wurden mindestens 100 Kundenstimmen eingeholt.

Die konkrete Fragestellung der Untersuchung lautete: „Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit den Produkten/Leistungen des Anbieters (. . .)? Bitte beurteilen Sie aus eigener Kundenerfahrung in den letzten 24 beziehungsweise 36 Monaten.“ Die konkreten Antwortmöglichkeiten waren dabei: „begeistert“ (1), „sehr zufrieden“ (2), „zufrieden“ (3), „eher zufrieden“ (4), „eher nicht zufrieden“ (5) sowie „nicht zufrieden“ (6).

Für die Auswertung wurde für jeden Anbieter der Mittelwert der abgegebenen Noten berechnet. Ein Wert von 1 würde bedeuten, dass alle Kunden begeistert von diesem Anbieter waren. Ein Wert von 6 hingegen gäbe an, dass alle befragten Kunden nicht zufrieden waren. Anhand der Mittelwerte wurde ein Ranking über alle untersuchten Anbieter innerhalb der Branchen beziehungsweise Kategorien erstellt.

Die Anbieter mit der höchsten Kundenzufriedenheit innerhalb einer Kategorie tragen die Auszeichnung „Bester“. Anbieter, deren Zufriedenheitswerte über dem Mittelwert liegen, werden mit dem Prädikat „Top“ ausgezeichnet. Wer unter dem Schnitt bewertet wurde, wird nicht mehr abgebildet. Insgesamt liegen der Befragung 17 436 Kundenstimmen zu 116 Anbietern zu Grunde. Zugeordnet wurden die Anbieter acht Kategorien und zwei Themenblöcken (Details und Ergebnisse s. PDF zum Download oben rechts).

 

(veröffentlicht in FOCUS 05/2018 vom 27. Januar 2018)

 


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