Im Test: Fortbildung

Lernen fürs Leben

23. Januar 2016 – 

Fernschulen, Fremdsprachen per App, Unternehmensakademien – die Möglichkeiten zur Weiterbildung werden immer facettenreicher. Welche Anbieter ein gutes Zeugnis bekommen

Im vergangenen Jahr waren etwa 43 Millionen Menschen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Glücklich kann sich schätzen, wen der Job ausfüllt und wer jeden Tag voller Freude und Elan an die Arbeit geht. Sicherlich trifft das aber nicht auf alle 43 Millionen Arbeitnehmer zu. Im Gegenteil. Umfragen zeigen, dass ein großer Teil der Erwerbstätigen unzufrieden ist im Job. Die Gründe sind vielfältig: Zu viel Arbeit auf dem Schreibtisch, zu wenig Gehalt in der Lohntüte, missmutige Kollegen, ein schwieriger Chef. Besonders häufig genannt werden „mangelnde Perspektive“ beziehungsweise „keine Aufstiegschance“.

Kein Wunder also, dass immer mehr Arbeitnehmer ihr Glück in die eigenen Hände nehmen. Denn neben der persönlichen Berufsplanung muss auch berücksichtigt werden, dass sich die Arbeitswelt in Deutschland verändert. Gerade die berufliche Weiterbildung soll dazu beitragen, nicht nur den beschleunigten technischen und wirtschaftlichen Wandel zu bewältigen, sondern ebenso die gesellschaftlichen Veränderungen. Der kontinuierliche Wandel zur Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft wird zu steigenden Qualifikationsanforderungen führen.

Steigender Bedarf an Fachpersonal

Aufgrund der demographischen Entwicklung werden – vor allem in Deutschland – mittelfristig mehr ältere Menschen aus dem Erwerbsleben ausscheiden als jüngere Kräfte nachrücken. Der Bedarf an Fachpersonal sollte zunehmen, während die Beschäftigungsmöglichkeiten für Ungelernte deutlich zurückgehen dürften. In bestimmten Wirtschaftsbereichen droht ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Daneben könnten bislang weniger umworbene Gruppen wie Wiedereinsteiger oder ältere Arbeitnehmer in den Fokus rücken – so sie denn entsprechende Qualifikationen vorweisen können.

Diese Qualifikationen beruhen selten allein auf einer klassischen Erstausbildung. Vielmehr bauen sie häufig auf dieser auf – etwa in Form von Weiterbildungen. „Man lernt nie aus“ ist also eine Weisheit, die in der heutigen Berufswelt stärker zutrifft denn je – und die im Allgemeinen mit dem Schlagwort „lebenslanges Lernen“ umschrieben wird.

Verschiedene Felder der Fortbildung

Vereinfacht gesagt umfasst die Weiterbildung drei Arten: die allgemeine Fortbildung – beispielsweise Kurse zur Teamarbeit oder zur Mitarbeiterführung. Daneben ist die berufliche Weiterbildung das klassische Feld zur Vertiefung oder Ergänzung fachlicher Kenntnisse. Und zu guter Letzt: Die Weiterbildung an Hochschulen und Lehrinstituten.

Im Auftrag von DEUTSCHLAND TEST hat das Beratungs- und Analysehaus ServiceValue den Markt unter die Lupe genommen. In einer breit angelegten Untersuchung wurden Kundenerfahrungen systematisch erfasst und ausgewertet: Wie zufrieden sind die Lernwilligen mit den unterschiedlichen Anbietern auf diesem stark und stetig wachsenden Markt? Wie bewerten Teilnehmer und Absolventen die von ihnen wahrgenommenen Bildungsangebote?

Auf den Prüfstand kamen 79 Anbieter aus acht Kategorien. Festzuhalten ist: Die Kunden haben den Anbietern im Schnitt ein gutes bis befriedigendes Zeugnis ausgestellt. Freilich schaffen nicht alle – analog zur Schule oder dem Studium – den Sprung auf die Bestenliste.

Der Test

“Lernen fürs Leben”

Methodik: Die Details der Untersuchung

Bei der Untersuchung handelte es sich um eine Online-Befragung. Eingeladen wurden sogenannte Panelisten, die die verschiedenen Anbieter aus Kundensicht bewerten sollten. Von den registrierten Teilnehmern liegen soziodemografische Merkmale vor, so dass bevölkerungsrepräsentativ eingeladen werden konnte. Darüber hinaus wurden keine Kundenadressen der Anbieter eingeholt oder genutzt. Die Kundenbefragung – durchgeführt von dem Kölner Analyse- und Beratungshaus ServiceValue im Auftrag von DEUTSCHLAND TEST – erfolgte eigeninitiiert und ohne Einbindung der untersuchten Anbieter auf dem Weiterbildungsmarkt.

Jeder Teilnehmer erhielt zunächst eine für ihn überschaubare Auswahl von Anbietern zur Bewertung beziehungsweise zur Angabe, ob er bei diesem Anbieter überhaupt Kunde war oder ist. Pro Anbieter wurden mindestens 100 Kundenstimmen eingeholt. Die konkrete Fragestellung der Untersuchung lautete: „Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit den Produkten/Leistungen des Anbieters (…)? Bitte beurteilen Sie aus eigener Kundenerfahrung in den letzten 24 Monaten.“ Die konkreten Antwortmöglichkeiten waren dabei: „begeistert“ (1), „sehr zufrieden“ (2), „zufrieden“ (3), „eher zufrieden“ (4), „eher nicht zufrieden“ (5) sowie „nicht zufrieden“ (6).

Für die Auswertung wurde für jeden Anbieter der Mittelwert der abgegebenen Noten berechnet. Ein Wert von 1 würde bedeuten, dass alle Kunden begeistert von diesem Anbieter waren. Ein Wert von 6 hingegen gäbe an, dass alle befragten Kunden nicht zufrieden sind. Anhand der Mittelwerte wurde ein Ranking über alle untersuchten Anbieter innerhalb der Branchen beziehungsweise Kategorien erstellt.

Die Anbieter mit der höchsten Kundenzufriedenheit innerhalb einer Kategorie tragen die Auszeichnung „Bester“. Anbieter, deren Zufriedenheitswerte über dem Mittelwert liegen, werden mit dem Prädikat „Top“ ausgezeichnet. Wer unter dem Schnitt bewertet worden war, wird nicht mehr abgebildet. Insgesamt liegen der Befragung 8216 Kundenstimmen zu 79 Anbietern zu Grunde. Zugeordnet wurden die Anbieter acht Kategorien und zwei Themenblöcken (Artikel zum Download oben rechts).

 

(veröffentlicht in FOCUS 04/2016 vom 23. Januar 2016)

 


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