Karriere-Atlas für Ingenieure + Jobbörsen

An der richtigen Stelle

02. September 2017 – 

Mehr als 4000 Unternehmen aus 31 Branchen im Test – hier haben Ingenieure die besten Perspektiven. Plus: Die besten Jobbörsen

Wenn ein Produkt das Prädikat „Made in Germany“ trägt, steht es – speziell im Ausland – für hohe Qualität und Langlebigkeit. Natürlich ist es kein Geheimnis, dass zahlreiche deutsche Firmen ihre Produkte außerhalb der Landesgrenzen fertigen. Nichtsdestotrotz steckt im Kern vieler technischer Produkte bis heute heimische Ingenieurskunst und Fertigungstiefe, selbst wenn sie schlussendlich in China oder Indien zusammengesetzt werden.

Viele offene Stellen

Doch viele Firmen haben ein Problem: Es gibt zu wenig Ingenieure. Der „Ingenieurmonitor“ des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) beklagte im ersten Quartal 2017 bundesweit mehr als 74 000 offene Stellen – ein Zuwachs von 12,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Damit, so heißt es im Report, nähere sich die Nachfrage nach Ingenieuren den Höchstwerten aus den Jahren 2012 und 2013 weiter an. Bundesweit und über alle Branchen hinweg lag die Engpassrelation bei 278 offenen Stellen je 100 arbeitslosen Ingenieuren, nach 229 im Vorjahresquartal.

Weiteres Problem: Die Zahl der Studienanfänger und Absolventen in den Ingenieurwissenschaften wird künftig sinken, außerdem scheiden immer mehr ältere Ingenieure aus dem Arbeitsleben aus. Bis zum Jahr 2020 entsteht allein dadurch ein Ersatzbedarf in Höhe von rund 470 000 Ingenieuren, fürchten Experten. Bis 2029 müssen 710 000 Ingenieure altersbedingt ersetzt werden – 42 Prozent des aktuellen Bestands.

Die besten Chancen

Auf der anderen Seite heißt das aber auch: Arbeitsuchende oder wechselwillige Ingenieure haben derzeit – und wohl auch in Zukunft – buchstäblich die Qual der Wahl. DEUTSCHLAND TEST zeigt auf den folgenden Seiten, welche Firmen in welchen Branchen Top-Karrierechancen bieten – und welche Jobbörsen die besten Erfolgsaussichten versprechen  (Details zur Studie s. PDF zum Download oben rechts).

Der Test

Studie Karrierechancen für Ingenieure

Methodik: Die Details der Untersuchung

Fragebogen
Die Studie „Top-Karrierechancen“ untersucht die nach Mitarbeiterzahl rund 10 000 größten Unternehmen mit Sitz in Deutschland. Für die vorliegende Auskopplung mit dem Fokus auf Ingenieure wurden diejenigen Branchen selektiert, in denen sich Ingenieuren grundsätzlich fachbezogene Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. In der finalen Stichprobe befanden sich damit gut 4200 Unternehmen, die sich auf 31 Branchen verteilen.

Im ersten Schritt erhielten alle Unternehmen einen Fragebogen zugeschickt. Dieser war in folgende Themen untergliedert (Anzahl der maximalen Punkte in Klammern): Entwicklung der Beschäftigtenzahl (40), Anteil Ingenieure (10), Anteil Mitarbeiter älter als 55 Jahre (10), Anteil weiblicher Führungskräfte (10), Aufstiegschancen aller Mitarbeiter (20), Chief Technical Officer im Unternehmen (10), Personalgespräche (20), Traineeprogramm (10), Zusatzleistungen (20), Personalentwicklung (40), Bezahlung (10), gleiche Bezahlung für gleiche Position (10), Mitarbeitertreue (15), Gesundheitsförderung (60) und Familienförderung (15). In Summe konnten hier 300 Zähler erreicht werden.

Social Listening
Diese Auswertung beruht auf dem Webmonitoring-Tool „Web Analyzer“, das mit Hilfe einer semantischen Suche Zehntausende Online-Nachrichten und über eine Million Social-Media-Quellen überwacht. Zwischen Januar und Dezember 2016 wurden so 4,3 Millionen Nennungen der Firmen jeweils den drei Kategorien Arbeitsklima, Unternehmenskultur sowie Innovationskraft (inklusive Innovationstätigkeit, Investitionen, Forschung und Entwicklung, Produktneuheiten und Technologie) zugeordnet und ausgewertet.

Zur Berechnung des Score werden für jedes Unternehmen drei Werte ermittelt: erstens der Saldo aus der Anzahl positiver und negativer Nennungen je Kategorie sowie die Anzahl neutraler Nennungen. Zweitens der Saldo aus der Anzahl positiver und negativer Nennungen im Verhältnis zu allen Nennungen. Und drittens der Saldo aus der Anzahl positiver und negativer Nennungen je Kategorie im Verhältnis zum Saldo aller positiven und negativen Nennungen sowie die Anzahl neutraler Nennungen je Kategorie im Verhältnis zu allen neutralen Nennungen des Unternehmens

Auszeichnung
IIn der Endabrechnung wurden die Testfelder wie folgt gewichtet: der Fragebogen mit 50 Prozent, die Themen Arbeitsklima und Unternehmenskultur mit jeweils 15 Prozent und die Innovationskraft mit 20 Prozent. Das Prädikat „Top-Karrierechancen für Ingenieure“ wurde branchenspezifisch anhand der erreichten Punktzahl im Gesamt-Ranking vergeben.

Die Berechnung des Punktwerts erfolgte branchenspezifisch auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten. Der jeweilige Branchensieger erhielt 100 Punkte und setzt damit die Benchmark für alle anderen untersuchten Firmen der Branche. Eine Auszeichnung erhalten diejenigen Unternehmen, die mindestens 35 Punkte in der Gesamtwertung erreichen. Das sind insgesamt 411 Firmen.

Wissenschaftlich begleitet wurde die Studie von Prof. Dr. Werner Sarges. Er ist Institutsleiter und Beratender Psychologe am Institut für Management-Diagnostik in Barnitz bei Hamburg und einer der führenden Wissenschaftler und Berater zu eignungsdiagnostischen Fragen im Managementbereich.

 

Studie Die besten Jobbörsen

Methodik: Die Details der Untersuchung

Welche Jobbörsen stehen besonders hoch in der Gunst der Arbeitsuchenden oder Wechselwilligen? DEUTSCHLAND TEST hat gemeinsam mit dem Kölner Analyse- und Beratungshaus ServiceValue und dem Wirtschafts­magazin FOCUS-MONEY im Juni und Juli 2017 eine bundesweite Umfrage durchgeführt.

Über ein sogenanntes Online-Panel mussten für den jeweiligen Anbieter zwölf Teilaspekte bewertet werden, die anschließend in drei Kategorien überführt wurden. Jeder Befragte des Online-Panels durfte dabei bis zu drei Jobbörsen bewerten, die er in den letzten zwölf Monaten genutzt hat. Bei der Auswertung errechneten die ServiceValue-Fachleute zunächst für alle Teilaspekte einen Indexwert auf einer Skala von 0 bis 100. Sie wurden anschließend für jedes Themenfeld separat zu einem ungewichteten Durchschnitt zusammengeführt und ergaben zusammen die Endbewertung.

Die Note „Gut“ bekamen Anbieter mit überdurchschnittlichen Werten. Für Anbieter, die über dem Schnitt der „Guten“ lagen, gab es die Note „Sehr Gut“. Keine Bewertung bekamen Anbieter, die mit ihrer Punktzahl unter dem Schnitt lagen. Sie sind auch nicht in den Ergebnistabellen abgebildet (Details zur Studie s. PDF zum Download oben rechts).

Unterm Strich flossen 2511 Urteile zu 25 Jobbörsen in das Ergebnis ein. Das waren: Jobboerse.Arbeitsagentur.de, Jobs.de, Job­ware.de, Kalaydo.de, Meinestadt.de, Monster.de, Stellenanzeigen.de, Stepstone.de, Xing Jobs (alle Generalisten), Absolventa.de, Academics.de, Experteer.de, Jobleads.de, Jobstairs.de, Jobvector.de, StellenMarkt.de, Yourfirm.de (Spezialisten) sowie Cesar.de, Gigajob.com, Indeed.de, Jobbörse.com, Jobbörse.de, Jobrapido.de, Jobturbo.de, Kimeta.de (Suchmaschinen). Voraussetzung für die Aufnahme waren Marktanteile/Reichweite sowie eine ausreichende Anzahl von Bewertungen.

(veröffentlicht in FOCUS 36/17 vom 2. September 2017; Foto: Ed. Züblin AG)

 

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