Studie 2019

Der Karriere-Atlas für Frauen

06. April 2019 – 

Bei welchen Unternehmen in Deutschland haben Frauen die besten Karrierechancen? Alle Testsieger aus rund 150 Branchen

Männer verdienen auf vergleichbaren Stellen deutlich besser als Frauen und erreichen schneller eine Führungsposition – in vielen Firmen ist das leider immer noch so. Konkret bekommen Frauen in Deutschland im Schnitt ein Fünftel weniger Gehalt als Männer.

Ein Grund dafür mag die unterschiedliche Berufs- oder Studienwahl sein, sagen Arbeitsmarktexperten immer wieder. Aber selbst bei vergleichbarer Tätigkeit und Qualifikation beträgt die Lohnlücke noch sieben Prozent. Auch beim Thema Karriere werden Frauen offensichtlich ungleich behandelt: Sie stellen zwar 44 Prozent der Gesamtbeschäftigten, aber nur 26 Prozent der Führungskräfte.

Die gute Nachricht ist: In immer mehr Unternehmen setzt ein Umdenken ein. Motto: Was Karriere und Gehalt angeht, müssen Frauen die gleichen Chancen haben wie Männer. Wo das bereits der Fall ist und welche Firmen auf dem richtigen Weg sind, zeigt die aktuelle Studie (erhoben vom Institut für Management- und Wirtschaftsforschung im Auftrag von DEUTSCHLAND TEST; Ergebnisse s. PDF zum Download oben rechts).

Der Test

Studie Karrierechancen für Frauen

Methodik: Die Details der Untersuchung

Social Listening

Die Datenerhebung im Internet erfolgte zweistufig. Zunächst wurden sämtliche Texte, die vorab definierte Suchbegriffe enthalten, aus dem Internet geladen und in einer Datenbank erfasst.

Das Quellenset umfasst dabei annähernd sämtliche Seiten beziehungsweise Inhalte von Seiten, die folgende Bedingungen erfüllen: eine deutsche („.de“) oder deutschsprachige Domain („.at“ und „.ch“ werden ausgeschlossen) sowie ein uneingeschränkter Zugang zum Inhalt der Seite. Damit enthält das Quellenset Zehntausende Online-Nachrichten und mehrere Millionen Social-Media-Adressen (durchgeführt von Ubermetrics Technologies, Berlin).

Danach wurde der Datentopf in Textfragmente aufgesplittet, analysiert und den Kategorien „positiv“, „neutral“ oder „negativ“ zugeordnet. Durchgeführt wurde dieser Schritt von Beck et al. Services, München. Zwischen Februar 2018 und Januar 2019 wurden 6,3 Millionen Nennungen ausgewertet.

Zur Berechnung der einzelnen Punktwerte wurden für jedes Unternehmen der Tonalitätssaldo (Differenz aus positiven und negativen Nennungen geteilt durch die Gesamtzahl) sowie die Reichweite (Anzahl der Gesamtnennungen im Verhältnis zum Mittelwert der Branche) ermittelt. Anschließend wurden beide Werte multipliziert.

Die so gewichtete Reichweite wurde schließlich für die gesamte Branche normiert. Das schlechteste und das beste Unternehmen bilden mit null und 100 Punkten die Eckpunkte, die weiteren Wettbewerber wurden anhand ihres Punktwerts auf dieser Spanne abgetragen.

Fragebogen

Parallel zum Social Listening wurde an die 5000 größten deutschen Unternehmen ein strukturierter Fragebogen verschickt. Dieser konnte alternativ online ausgefüllt werden.

Abgefragt wurden (maximal erreichbare Punktzahl in Klammern): Verhältnis Anteil weiblicher Führungskräfte zu Anteil weiblicher Mitarbeiterinnen (50), Anteil weiblicher Führungskräfte (20), Quote für Frauen in Führungspositionen (50), gleiche Bezahlung für gleiche Position (50), Unterstützung beim Wiedereinstieg in den Beruf (50), Vereinbarkeit von Familie und Beruf (100) und Bewusstsein für das Thema Gleichberechtigung von Frauen im Unternehmen (30). Maximal konnten 350 Punkte erzielt werden.

Auswertung

Die Auszeichnung „Top-Karrierechancen für Frauen“ wird anhand der erreichten Punktzahl im Gesamtranking vergeben. Diese ergibt sich aus dem Social Listening und dem Fragebogen (Verhältnis 40 zu 60). Die Berechnung erfolgte branchenspezifisch auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten. Der jeweilige Branchensieger erhält 100 Punkte und setzt damit die Benchmark für alle anderen untersuchten Unternehmen innerhalb der Branche.

(veröffentlicht in FOCUS 15/19 vom 6. April 2019)


Bekannt aus