Im Test: Gesundheitsangebote

Gesünder leben

21. Januar 2017 – 

Gesundheit und Wohlbefinden sind hohe Güter. Gut, dass immer mehr Menschen genau darauf achten. Fitness-Portale, Diät-Apps oder Wellness-Anwendungen – welche Angebote besonders geschätzt werden 

Schlechte Ernährung, viel Stress, wenig Bewegung – es gibt eine Menge Dinge, die dem Körper schaden. Und es vergeht kaum eine Woche, in der keine neuen Theorien und Studien zum Thema Gesundheit veröffentlicht werden. Hinzu kommt, dass ein gesünderer Lebensstil von vielen Seiten propagiert wird: Politiker setzen sich für Nichtraucherschutz ein, Prominente werben für gesunde Ernährung, Arbeitgeber fördern die Teilnahme ihrer Mitarbeiter an Sportprogrammen.

Das Thema Gesundheit ist längst angekommen in der Gesellschaft – und das ist gut so. Immer mehr Menschen setzen sich kritisch mit ihrem Verhalten im Alltag auseinander – und sind häufig auch umfassend über die eigene Gesundheit sowie gesundheitsfördernde Maßnahmen informiert. Aus dem Konzept „Gesundheit als das Gegenteil von Krankheit“ wurde „Gesundheit als ganzheitliches Konzept, das alle Bereiche des eigenen Lebens betrifft“.

Der zweite Gesundheitsmarkt

Der Grundgedanke ist dabei eben nicht mehr nur die Behandlung von Krankheiten, sondern Prävention und die Verbesserung der eigenen Lebensqualität durch einen gesunden Lebenswandel. Ein Schwerpunkt liegt auf Vorsorgeleistungen, deren Kosten nicht oder nur teilweise von den Krankenkassen abgedeckt werden. So entstand ein Markt für privat finanzierte Produkte und Dienstleistungen: der sogenannte zweite Gesundheitsmarkt. Er erstreckt sich von frei verkäuflichen Arzneimitteln über individuelle Gesundheitsleistungen, Fitness- und Wellness-Angebote bis hin zu Ernährungsportalen und Diät-Apps. Eine wichtige Bedeutung kommt hierbei nicht nur stationären Einrichtungen und Angeboten zu, sondern auch dem Internet und anderen mobilen Anwendungen.

Gemeinsam mit dem Analyse- und Beratungshaus ServiceValue und dem Wirtschaftsmagazin FOCUS-MONEY nahm DEUTSCHLAND TEST diesen „zweiten Gesundheitsmarkt“ unter die Lupe. Was gibt es eigentlich neben Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern und Fitness-Studios? Schnell wurde klar: Die Akteure und ihre Leistungen auf diesem Markt sind sehr heterogen. Sie unterliegen auch nicht allgemeinen Kontrollinstanzen, die für eine entsprechende Qualität garantieren könnten – dadurch erweist sich der Markt als äußerst unübersichtlich. Eine sehr gute Entscheidungshilfe bei der Auswahl von Leistungen und Produkten können allerdings die Erfahrungen bisheriger Kunden bieten – und genau die wurden gefragt.

Frage nach der Zufriedenheit

In einer breit angelegten Untersuchung wurden diese Kundenerfahrungen mit Anbietern auf dem „zweiten Gesundheitsmarkt“ systematisch erfasst und ausgewertet. Die zentrale Frage lautete dabei: Wie zufrieden sind Sie mit den unterschiedlichen Anbietern auf diesem stark und stetig wachsenden Markt? In Summe sind die Ergebnisse gut bis ordentlich. Allerdings gibt es in den einzelnen Branchen beziehungsweise Testfeldern deutliche Unterschiede in der Bewertung (PDF zum Download oben rechts).

Daher lohnt es sich auch, die Angebote genauer zu betrachten. Sebastian Kneipp, Namensgeber der Kneipp-Medizin, sagte einmal: „Wer nicht jeden Tag etwas Zeit für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Der Test

Zweiter Gesundheitsmarkt

Methodik: Die Details der Untersuchung

Bei der Untersuchung handelte es sich um eine Online-Befragung, bei der die Teilnehmer die verschiedenen Anbieter des sogenannten zweiten Gesundheitsmarkts beurteilen konnten. Von den registrierten Teilnehmern liegen soziodemografische Merkmale vor, sodass bevölkerungsrepräsentativ eingeladen werden konnte. Darüber hinaus wurden keine Kundenadressen der Anbieter eingeholt oder genutzt. Die Kundenbefragung – durchgeführt von dem Kölner Analyse- und Beratungshaus ServiceValue im Auftrag von DEUTSCHLAND TEST – erfolgte eigeninitiiert und ohne Einbindung der untersuchten Anbieter.

Jeder Teilnehmer erhielt zunächst eine für ihn überschaubare Auswahl von Anbietern zur Bewertung beziehungsweise zur Angabe, ob er bei diesem Anbieter überhaupt Kunde war oder ist. Pro Anbieter wurden mindestens 200 Kundenstimmen eingeholt. Die konkrete Fragestellung der Untersuchung lautete: „Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit den Produkten/Leistungen des Anbieters (. . .)? Bitte beurteilen Sie aus eigener Kundenerfahrung in den letzten 24 Monaten.“ Die konkreten Antwortmöglichkeiten waren dabei: „begeistert“ (1), „sehr zufrieden“ (2), „zufrieden“ (3), „eher zufrieden“ (4), „eher nicht zufrieden“ (5) sowie „nicht zufrieden“ (6).

Für die Auswertung wurde für jeden Anbieter der Mittelwert der abgegebenen Noten berechnet. Ein Wert von 1 würde bedeuten, dass alle Kunden begeistert von diesem Anbieter waren. Ein Wert von 6 hingegen gäbe an, dass alle befragten Kunden nicht zufrieden waren. Anhand der Mittelwerte wurde ein Ranking über alle untersuchten Anbieter innerhalb der Branchen beziehungsweise der Kategorien erstellt.

Die Anbieter mit der höchsten Kundenzufriedenheit innerhalb eines Bereichs tragen die Auszeichnung „Bester“. Anbieter, deren Zufriedenheitswerte über dem Mittelwert liegen, werden mit dem Prädikat „Top“ ausgezeichnet. Wer unter dem Schnitt bewertet wurde, wird nicht mehr in den Tabellen abgebildet. Insgesamt liegen der Befragung 26 814 Kundenstimmen zu 126 Anbietern zu Grunde. Zugeordnet wurden die Anbieter zwei übergeordneten Kategorien und 14 Branchen/Bereichen (Details und Ergebnisse s. PDF zum Download oben rechts).

 

(veröffentlicht in FOCUS 04/2017 vom 21. Januar 2017)

 


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