Im Test: Franchise-Anbieter

Geben und nehmen

30. Juni 2018 – 

Kaffeebar, Burger-Grill, Nachhilfeinstitut – wer als Selbstständiger ein etabliertes Konzept übernimmt, hat es leichter. Kein Wunder, dass der Franchise-Markt weiter wächst. Welche Anbieter bei den Menschen am besten ankommen

Wer sich heute selbstständig machen möchte, braucht nicht zwingend eine bahnbrechende Geschäftsidee. Dank Franchise können auch etablierte Modelle und Marken genutzt werden – von Apollo Optik über Hallo Pizza bis hin zu Zoo & Co. Häufig ergibt sich daraus eine Win-win-Situation: Der Franchise-Nehmer reduziert sein Risiko und kann sofort durchstarten, der Franchise-Geber wird direkt am Umsatz beteiligt.

Anhaltendes Wachstum

2017 gab es in Deutschland rund 1000 Franchise-Systeme mit fast 124.000 Partnern. Laut dem Deutschen Franchiseverband entspricht das einem Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz stieg im selben Zeitraum um acht Prozent auf gut 112 Milliarden Euro. Alles in allem sind mehr als 700.000 Menschen in Franchise-Konzepten beschäftigt.

Grund genug für DEUTSCHLAND TEST, den Markt – also die Franchise-Unternehmen – genauer unter die Lupe zu nehmen. Welche Anbieter geben aus Sicht der Verbraucher ein besonders gutes Bild ab?

Auf den Prüfstand kamen die 800 größten Franchise-Unternehmen Deutschlands aus 59 Branchen. In die Bewertung eingeflossen sind Urteile hinsichtlich Preis, Qualität, Beratung und Auswahl. Welche Anbieter in welcher Branche Spitze sind, verraten die Ergebnistabellen (Details s. PDF zum Download oben rechts).

Der Test

Studie “Franchise-Unternehmen”

Methodik: Die Details der Untersuchung

Datenerhebung

Die Datenerhebung zu den 
Franchise-Anbietern erfolgte in zwei Stufen. Zunächst 
wurden sämtliche Texte, die 
die vorgegebenen Suchbegriffe enthalten, aus dem
Internet geladen und in einer Datenbank erfasst. Das Quellenset umfasste dabei alle Seiten beziehungsweise Inhalte von Seiten, die folgende Bedingungen erfüllen: eine deutsche Domain („.de“) und einen uneingeschränkten Zugang zum Inhalt. Nicht erfasst wurden Seiten oder Inhalte, die sich beispielsweise hinter einer Bezahlschranke oder einem zugriffsgeschützten Bereich befinden (durchgeführt von Ubermetrics, Berlin).

Im zweiten Schritt wurden die relevanten Textfragmente identifiziert und in drei Schritten auf die folgenden Merkmale untersucht: Welches Unternehmen wird erwähnt? Welches Thema wird besprochen? Welche Tonalität weist das Textfragment auf? Dieser Schritt wurde durchgeführt von Beck et al. Services, München. Erfasst wurden insgesamt 210.000 Nennungen der etwa 800 größten Franchise-Unternehmen Deutschlands (im Zeitraum von Anfang November 2017 bis Ende April 2018).

Auswertung 

Zur Berechnung der einzelnen Punktwerte wurden für jedes Unternehmen folgende drei Größen ermittelt: erstens der Saldo aus der Anzahl positiver und negativer Nennungen je Kategorie sowie die Anzahl neutraler Nennungen (0,5-fach) je Kategorie (Anteil in der Kategoriewertung 25 Prozent). Zweitens der Saldo positiver und negativer Nennungen im Verhältnis zu allen Nennungen (50 Prozent). Und drittens der Saldo aus der Anzahl positiver und negativer Nennungen im Verhältnis zum Saldo aller positiven und negativen Nennungen sowie die Anzahl neutraler Nennungen im Verhältnis zu allen neutralen Nennungen (25 Prozent).

Die Berechnung des Punktwerts erfolgte branchenspezifisch auf einer Skala von 0 bis 100 Zählern. Der jeweilige Branchensieger erhielt 100 Punkte und setzt damit die Benchmark für alle anderen Unternehmen innerhalb der Branche.

Auszeichnung 

Die Auszeichnungen wurde anhand der erreichten Punktzahl im Gesamt-Ranking vergeben. Das Prädikat „Bestes Franchise-Unternehmen“ erhalten die Branchensieger. Wer in der Gesamtwertung mindestens 50 Punkte erzielen konnte, erhält das Prädikat „Top Franchise-Unternehmen“.

Wissenschaftlich begleitet wurde die Studie von der International School of Management (ISM) in Dortmund. Die ISM ist eine staatlich anerkannte, private Hochschule in gemeinnütziger Trägerschaft und bildet in anwendungsbezogenen Studiengängen Führungsnachwuchs für die international orientierte Wirtschaft aus.

 

(veröffentlicht in FOCUS 27/18 vom 30. Juni 2018)

 


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