Im Test: Arbeitgeber

Die höchste Fairness im Job

17. Februar 2018 – 

Kultur, Arbeitsklima, Gerechtigkeit – welche Unternehmen in Deutschland besonders faire Bedingungen für ihre Arbeitnehmer schaffen

Ein üppiges Gehalt, flexible Arbeitszeiten, Urlaub nach Wunsch, regelmäßige Karrieresprünge – die Wunschliste vieler Arbeitnehmer ist lang. Leider können diese Wünsche nicht immer erfüllt werden – zumindest nicht alle.

Doch träumen wird ja wohl noch erlaubt sein. Und in der Regel ist es auch kein Problem. Die meisten Arbeitnehmer können sehr wohl einschätzen, was möglich und realistisch ist und was nicht. Und in Wahrheit geht es den meisten vor allem um eins: Sie wollen fair behandelt werden.

Deutschland-Altlas

Doch wie hoch ist die Fairness im Job in der Praxis? Welche  Unternehmen sind in ihren Branchen spitze? DEUTSCHLAND TEST ist diesen Fragen nachgegangen. Basis der Auswertung waren die 10.000 mitarbeiterstärksten Unternehmen des Landes. Heraus kam am Ende der Untersuchung der „Fairness-im-Job-Atlas für Deutschland“. Die Ergebnistabellen zeigen alle Preisträger aus mehr als 100 Branchen (s. PDF zum Download oben rechts).

Der Test

Höchste Fairness im Job

Methodik: Die Details der Untersuchung

Fragebogen

Die Studie untersucht die nach Mitarbeiterzahl 10.000 größten Unternehmen mit Sitz in Deutschland. Die Datengewinnung erfolgte zunächst durch einen Fragebogen, der unterschiedliche Aspekte behandelte.

Das waren (maximale Punktzahl in Klammern): Anteil der Mitarbeiter älter als 55 Jahre (10 Punkte), Aufstiegschancen neuer Mitarbeiter (10), Aufstiegschancen aller Mitarbeiter (10), Bezahlung (10), gleiche Bezahlung für gleiche Position (10), Engagement im Bereich Inklusion (15) sowie Engagement im Bereich Diversity Management (15).

Social Listening

Darüber hinaus wurde die Methodik des sogenannten Social Listening angewandt. Herangezogen wurden hierfür 22 Millionen Nennungen der Unternehmen (1. Dezember 2016 bis 30. November 2017). Sie wurden den Kategorien Unternehmenskultur, Arbeitsklima und Fairness zugeordnet.

Die Datenerhebung erfolgte zweistufig. Zunächst wurden sämtliche Texte aus dem Internet in einer Datenbank erfasst (durchgeführt von Ubermetrics, Berlin). Danach wurden die relevanten Textfragmente identifiziert und in drei Schritten mit Informationen angereichert (durchgeführt von Beck et al. Services, München): Welches Unternehmen wird erwähnt? Welches der untersuchten Themen wird besprochen? Welche Tonalität weist das Textfragment auf?

Zur Berechnung der einzelnen Punktwerte wurden für jedes Unternehmen in jeder Kategorie folgende drei Werte ermittelt: erstens der Saldo aus der Anzahl positiver und negativer Nennungen sowie die Anzahl neutraler Nennungen (0,5-fach) je Kategorie (25 Prozent Anteil in der Kategoriewertung). Zweitens der Saldo aus der Anzahl positiver und negativer Nennungen im Verhältnis zu allen Nennungen (50 Prozent). Und drittens der Saldo aus der Anzahl positiver und negativer Nennungen im Verhältnis zum Saldo aller positiven und negativen Nennungen sowie die Anzahl neutraler Nennungen im Verhältnis zu allen neutralen Nennungen (25 Prozent).

Auszeichnung Das Prädikat „Höchste Fairness im Job“ wurde anhand der erreichten Punktzahl aus dem Fragebogen und dem Social Listening vergeben. Die Berechnung des Punktwerts erfolgte branchenspezifisch auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten. Der jeweilige Branchensieger erhielt 100 Punkte und setzt damit die Benchmark für alle anderen untersuchten Unternehmen innerhalb der Branche.

Wissenschaftlich begleitet wurde die Studie von Professor Dr. Werner Sarges. Er ist durch seine Arbeit an der Universität der Bundeswehr Hamburg bekannt. Zudem leitet er das Institut für Management-Diagnostik in Barnitz bei Hamburg..

 

(veröffentlicht in FOCUS 08/2018 vom 17. Februar 2018)

 


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