Im Test: Arbeitgeber

Fairplay am Arbeitsplatz

16. Februar 2019 – 

Kultur, Arbeitsklima, Gerechtigkeit – welche Unternehmen in Deutschland besonders faire Bedingungen für ihre Arbeitnehmer schaffen

Flexible Arbeitszeiten, Urlaub nach Wunsch, Karrierechancen, ein gutes Gehalt – die Wunschliste vieler Arbeitnehmer ist lang. Leider können diese Wünsche nicht immer erfüllt werden – doch träumen wird ja wohl erlaubt sein. Und in der Regel ist es auch kein Problem. Denn die meisten Arbeitnehmer können sehr wohl einschätzen, was möglich und realistisch ist – und was nicht. Und in Wahrheit geht es den meisten vor allem um eins: Sie wollen fair behandelt werden.

Fairness-Atlas für Deutschland

Doch wie hoch ist eigentlich die Fairness im Job in der Praxis? Welche Unternehmen sind in ihren Branchen spitze? DEUTSCHLAND TEST ist diesen Fragen nachgegangen. Basis der Auswertung waren die 20.000 mitarbeiterstärksten Unternehmen des Landes. Sie bekamen einen Fragebogen und wurden darüber hinaus auf Basis von Internet-Quellen hinsichtlich Fairness, Unternehmenskultur und Arbeitsklima untersucht. Heraus kam am Ende der „Fairness-im-Job-Atlas für Deutschland“ (s. PDF zum Download oben rechts).

Der Test

Höchste Fairness im Job

Methodik: Die Details der Untersuchung

Fragebogen
Die Studie untersucht die nach Mitarbeiterzahl 20.000 größten Unternehmen mit Sitz in Deutschland. Die Datengewinnung erfolgte einerseits durch einen Fragebogen, der unterschiedliche Aspekte behandelte. Das waren (maximale Punktzahl in Klammern):

Angebote zur Integration von Behinderten (40), Position oder Team für Diversity Management (12), Corporate Volunteering (12), regelmäßige Spenden an wohltätige Unternehmen oder für wohltätige Zwecke (12), unentgeltliches Sponsoring für Sport- oder Kulturveranstaltungen (12), Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ (12). Maximal waren 100 Punkte möglich.

Social Listening
Andererseits wurde die Methodik des Social Listening angewandt. He­rangezogen wurden 6,5 Millionen Nennungen der Unternehmen (Dezember 2017 bis November 2018). Sie wurden den Kategorien Unternehmenskultur, Arbeitsklima und Fairness zugeordnet.

Die Datenerhebung erfolgte zweistufig. Zunächst wurden sämtliche Texte aus dem Internet in einer Datenbank erfasst (durchgeführt von Ubermetrics, Berlin). Danach wurden die Textfragmente in drei Schritten mit Informationen angereichert (durchgeführt von Beck et al. Services, München): Welches Unternehmen wird erwähnt? Welches der untersuchten Themen wird besprochen? Welche Tonalität weist das Textfragment auf?

Auswertung
Zur Berechnung der einzelnen Punkt­werte wurden für jedes Unternehmen in jeder Kategorie drei Werte ermittelt: erstens der Saldo aus der Anzahl positiver und negativer Nennungen sowie die Anzahl neutraler Nennungen je Kategorie. Zweitens der Saldo aus der Anzahl positiver und negativer Nennungen im Verhältnis zu allen Nennungen. Und drittens der Saldo aus der Anzahl positiver und negativer Nennungen im Verhältnis zum Saldo aller positiven und negativen Nennungen sowie die Anzahl neutraler Nennungen im Verhältnis zu allen neutralen Nennungen.

Die Punkte wurden anschließend zum Gesamt-Score summiert. Gewichtung hierbei: 25 Prozent Unternehmenskultur, 25 Prozent Arbeitsklima und 50 Prozent Fairness.

Das Prädikat „Höchste Fairness im Job“ wurde anhand der erreichten
Punktzahl aus dem Fragebogen und dem Social Listening vergeben. Die Berechnung erfolgte branchenspezifisch auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten. Der jeweilige Branchensieger erhielt 100 Punkte und setzt damit die Benchmark für alle anderen untersuchten Unternehmen innerhalb der Branche.

(veröffentlicht in FOCUS-MONEY 08/2019 vom 16. Februar 2019)


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