Karriere-Atlas für IT-Spezialisten

Digitale Zukunft für IT-Kräfte

07. Oktober 2017 – 

Bei welchen Unternehmen in Deutschland haben IT-Spezialisten die besten Karrierechancen? Auf den Prüfstand kamen 4700 Firmen aus 38 Branchen 

Umfragen zeigen: Qualifizierte und motivierte IT-Fachkräfte suchen sich ihren Arbeitgeber zunehmend kritischer und sorgfältiger aus. Und das können sie auch. Denn vor allem sogenannte High Potentials aus dem informationstechnischen Bereich sind in Zeiten der Digitalisierung in vielen Branchen stark gefragt.

Ende 2016 gab es rund 51.000 offene Stellen für IT-Spezialisten, so der Digitalverband Bitkom in einer Studie. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von rund 19 Prozent. Im Vergleich zu 2010 beträgt der Zuwachs gar 82 Prozent, damals wurden rund 28.000 offene Stellen gezählt. Und: Der Mangel dürfte sich eher noch verschärfen. „Unternehmen aller Branchen suchen händeringend IT-Experten“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. „Wir brauchen Digitalexperten, vom Software-Entwickler über den IT-Sicherheitsspezialisten bis zum IT- Berater, um die digitale Transformation erfolgreich gestalten zu können.“

Qual der Wahl für IT-Kräfte

Auf der anderen Seite bedeutet das aber auch: Arbeitssuchende oder wechselwillige IT-Kräfte haben derzeit – und wohl auch in Zukunft – buchstäblich die Qual der Wahl. Neben einer überdurchschnittlichen Entlohnung sind es dabei immer häufiger soziale Faktoren, die aus Bewerbersicht eine große Rolle spielen. Dazu zählen etwa das Arbeitszeitmodell, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder die Mitarbeiterförderung.

In informationstechnischen Berufen ebenso wichtig: die Innovationskraft eines Unternehmens. In Zeiten, in denen ganze Branchen durch digitale Entwicklungen umgewälzt werden, spielt sie eine große Rolle für die Zukunftsfähigkeit und damit für die Attraktivität einer Firma als Arbeitgeber. DEUTSCHLAND TEST zeigt im „Karriere-Atlas für IT-Spezialisten“, welche Unternehmen in 38 ausgesuchten Branchen Top-Karrierechancen bieten (Details zur Studie s. PDF zum Download oben rechts).

Der Test

Studie Karrierechancen für IT-Spezialisten

Methodik: Die Details der Untersuchung

Fragebogen

Die Studie „Top-Karrierechancen“ untersucht die nach Mitarbeiterzahl rund 10.000 größten Unternehmen mit Sitz in Deutschland. Für die vorliegende Auskopplung mit dem Fokus auf IT-Spezialisten wurden Branchen selektiert, in denen sich Informationstechnikern fachbezogene Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. In der finalen Stichprobe befanden sich gut 4700 Unternehmen aus 38 Branchen.

Sie bekamen im ersten Schritt einen Fragebogen zugeschickt. Für die Auswertung wurde berücksichtigt, wessen Belegschaft zu mindestens zwei Prozent aus IT-Kräften besteht oder wer mindestens 100 Informationstechniker beschäftigt. Im Durchschnitt weisen die Firmen eine IT-Mitarbeiterquote von rund 14 Prozent auf.

Untergliedert war der Fragebogen in folgende Themen (Anzahl der maximalen Punkte in Klammern): Entwicklung der Beschäftigtenzahl (40), Anteil IT-Spezialisten (10), Anteil Mitarbeiter älter als 55 Jahre (10), Anteil weiblicher Führungskräfte (10), Aufstiegschancen aller Mitarbeiter (20), Chief Technical Officer im Unternehmen (10), Personalgespräche (20), Traineeprogramm (10), Einstellung von IT-Fachkräften in naher Zukunft (25), Budget für IT-Kräfte zur Weiterentwicklung (25), Zusatzleistungen (20), Personalentwicklung (40), Bezahlung (10), gleiche Bezahlung für gleiche Position (10), Mitarbeitertreue (15), Gesundheitsförderung (60) und Familienförderung (15).

Social Listening

Diese Auswertung beruht auf dem Webmonitoring- Tool „Web Analyzer“, das mit Hilfe einer semantischen Suche Zehntau- sende Online-Nachrichten und über eine Million Social-Media-Quellen überwacht. Zwischen Januar und Dezember 2016 wurden so 9,7 Millionen Nennungen der Firmen jeweils den Kategorien Arbeitsklima, Unternehmenskultur, Innovationstätigkeit, Investitionen, Forschung und Entwicklung, Produktneuheiten und Technologie zugeordnet und ausgewertet.

Zur Berechnung des Score wurden für jedes Unternehmen drei Werte ermittelt: erstens der Saldo aus der Anzahl positiver und negativer Nennungen je Kategorie sowie die Anzahl neutraler Nennungen. Zweitens der Saldo aus der Anzahl positiver und negativer Nennungen im Verhältnis zu allen Nennungen. Und drittens der Saldo aus der Anzahl positiver und negativer Nennungen je Kategorie im Verhältnis zum Saldo aller positiven und negativen Nennungen sowie die Anzahl neutraler Nennungen je Kategorie im Verhältnis zu allen neutralen Nennungen des Unternehmens.

Auszeichnung

In der Endabrechnung wurden die beiden Testfelder (Fragebogen und Social Listening) mit jeweils 50 Prozent gewichtet. Das Prädikat „Top-Karrierechancen für IT-Spezialisten“ wurde branchenspezifisch anhand der erreichten Punktzahl im Gesamt-Ranking vergeben.

Die Berechnung des Punktwerts erfolgte auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten. Der jeweilige Branchensieger erhielt 100 Punkte und setzt damit die Benchmark für alle anderen untersuchten Firmen der Branche. Eine Auszeichnung erhalten diejenigen Unternehmen, die mindestens 40 Punkte in der Gesamtwertung erreichen. Das sind insgesamt 375 Firmen (Ergebnisse s. PDF oben rechts).

Wissenschaftlich begleitet wurde die Studie von Prof. Dr. Werner Sarges. Er ist Institutsleiter und beratender Psychologe am Institut für Management-Diagnostik in Barnitz bei Hamburg und einer der führenden Wissenschaftler und Berater zu eignungsdiagnostischen Fragen im Managementbereich.

 

(veröffentlicht in FOCUS 41/17 vom 7. Oktober 2017)

 

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