Karriere-Atlas 2020

Karriere hoch drei

10. Oktober 2020 – 

Eine Untersuchung, drei Teilbereiche: Die erste Auskopplung der Studie „Top Karrierechancen“ beleuchtet die Perspektiven der Hochschulabsolventen, Ingenieure und IT-Spezialisten

Geld regiert die Welt? Bei der Wahl des Arbeitgebers gilt das nicht primär. Gut ausgebildete Arbeitnehmer wählen ihren Arbeitgeber sorgfältig aus und ­achten dabei auf zahlreiche harte und vor allem auch weiche Faktoren.

Hochschulabsolventen – Einstieg planen

Aktuelle Umfragen zeigen, dass Hochschulabsolventen die Arbeitsatmosphäre, Weiterbildungsmöglichkeiten, die Work-Life-Balance und ein abwechslungsreicher Job besonders wichtig sind. Erst danach folgen Aufstiegschancen und Gehalt. Die Unternehmen müssen daher Sorge tragen, Absolventen ein attraktives Umfeld für einen optimalen Start anzubieten.

Ingenieure – Aufstieg steuern

Eine Welt ganz ohne Ingenieure? Schwer vorstellbar. Sie tüfteln an effektiven Lösungen für technische Probleme und entwickeln zukunftsträchtige Technologien. Die Spezialisierungen reichen vom Bau über die Elektroindustrie bis hin zu Vertrieb und Wirtschaft. Dabei erfordert jedes Arbeitsgebiet unterschiedliche Qualifikationen. Während ein Maschinenbauingenieur beispielsweise Anlagen entwickelt und dabei viel Zeit im Büro und am Computer verbringt, ist ein Vertriebsingenieur im Außendienst unterwegs, um Kunden bestimmte Produkte zu präsentieren und zu verkaufen. Ein Wirtschaftsingenieur wiederum fungiert als Schnittstelle zwischen Technik und Wirtschaft.

Weil die Bedürfnisse und Anforderungen auf den Märkten fortschreiten, steigt auch die Nachfrage nach qualifiziertem Personal stetig an. Laut dem Verband der Elektrotechnik werden in den nächsten zehn Jahren beispielsweise 100.000 zusätzliche Elektroingenieure benötigt. Das heißt: Hoch qualifizierte und motivierte Jungprofis können ihren zukünftigen Job sorgfältiger auswählen denn je. Auch gestandene Experten haben – sofern wechselwillig – die Qual der Wahl. Die gute Nachricht dabei lautet: Landen sie beim richtigen Arbeitgeber, geht es mit Gehalt und Karriere schnell Hand in Hand aufwärts.

IT-Spezialisten – Erfolg programmieren

Die Digitalisierung lässt die Nachfrage nach IT-Spezialisten seit Jahren in die Höhe schnellen. Ende 2019 erreichte die Zahl der offenen Stellen für IT-Fachkräfte einen Höchststand und lag erstmals bei deutlich über 100.000. Gegenüber 2014 hat sich die Anzahl der freien Stellen fast verdreifacht. Die Corona-Pandemie – samt ihren wirtschaftlichen Folgen – dürfte die Nachfrage in einzelnen Branchen zwar etwas abgeschwächt haben. Der Bedarf bleibt dennoch hoch.

IT-Fachkräfte sind also in der luxuriösen Situation, sich ihren Arbeitgeber kritisch und sorgfältig aussuchen zu können. Stimmt die Qualifikation, sind die Trümpfe meist komplett in Händen der Bewerber. Neben dem Gehalt achten sie bei der Wahl des Arbeitgebers aber immer häufiger auch auf weitere Faktoren. Dazu gehören beispielsweise das Arbeitszeitmodell im Unternehmen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie – und die Karrierechancen.

Breite Studie

Welche Firmen geben hier das beste Bild ab? Zusammen mit dem Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) hat DEUTSCHLAND TEST das Thema umfassend untersucht. Gegliedert werden die Ergebnisse in drei Blöcke: Karrierechancen für Hochschulabsolventen sowie für Ingenieure und IT-Spezialisten (s. PDF zum Download oben rechts).

Der Test

“Karriere-Atlas” für Deutschland

Methodik: Die Details der Untersuchung

Datenerhebung

Für die Studie „Top Karrierechancen“ wurden insgesamt rund 25.000 Unternehmen in Deutschland angeschrieben, zu denen Angaben zur Mitarbeiterzahl und Adressinformationen vorlagen (in öffentlichen Quellen). Die Firmen wurden gebeten, verschiedene Fragen in Bezug
auf „Karrierechancen für Hochschulabsolventen“ zu beantworten. Diese Themenfelder waren Bestandteil des Fragebogens (maximale Punktzahl in Klammern):

  • Anteil Hochschulabsolventen (10)
  • Arbeit an internationalen Standorten möglich (15)
  • Anfertigung einer praxisorientierten Abschlussarbeit im
  • Unternehmen möglich (20)
  • Traineeprogramm (25)
  • Mentorenprogramm (25)
  • Unternehmen wirbt an Hochschulen frühzeitig Talente an (5)

Auch für die Auskopplung „Top Karrierechancen für Ingenieure“ wurden die betreffenden Firmen gebeten, verschiedene Fragen zu beantworten und zurückzuschicken. Alternativ konnte der Fragebogen online ausgefüllt
werden. Inhaltlich umfasste der Fragebogen diese Aspekte (maximale Punktzahl in Klammern):

  • Anteil Ingenieure (10)
  • Anteil der mit Ingenieuren besetzten Führungspositionen im                 Unternehmen (10)
  • Unterstützung bei Qualifizierungsmaßnahmen (30)
  • Ausgestaltung der Unterstützung (30)
  • Budget zur freien Weiterentwicklung (10)
  • Budget für den Besuch von Veranstaltungen wie zum Beispiel Messen oder Tagungen (10)

Für die Studie „Karrierechancen für IT-Spezialisten“ wurden die Firmen gebeten, verschiedene Fragen in Bezug auf „Karrierechancen für IT-Spezialisten“ zu beantworten und zurückzuschicken. Alternativ konnte der Fragebogen auch online ausgefüllt werden. Thematisch war der Fragebogen wie folgt gegliedert (maximale Punktzahl in Klammern):

  • Anteil der Fachkräfte für Informationstechnologie im Unternehmen (10)
  • geplante Einstellung neuer Fachkräfte in den nächsten Monaten (10)
  • Vorhandensein eines Chief Technical Offcer (10)
  • Unterstützung bei Qualifizierungsmaßnahmen (30)
  • Ausgestaltung der Unterstützung (30)
  • Budget zur freien Weiterentwicklung (10)

Auszeichnung

Die Auszeichnungen für alle drei Auskoppelungen wurden anhand der erreichten Fragebogen-Punktzahl vergeben. Die Berechnung des Score erfolgte branchenspezifisch auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten. Der jeweilige Branchensieger bekam 100 Punkte und setzte damit die Benchmark für alle anderen untersuchten Unternehmen innerhalb der Branche. Eine Auszeichnung erhielten diejenigen Unternehmen, die mindestens 50 Punkte in der Gesamtwertung erreichten.

(veröffentlicht in FOCUS 42/20 vom 10.10.2020)


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